ABWASSER

Heidewasser GmbH stellt sich gegen die geplante Deponie Jüdenberg

·         Grundwasserspeicher des Wasserwerkes Oranienbaum speist sich aus dem Gebiet unterhalb der Tonhalde

·         Trinkwasserqualität bedroht

In unmittelbarer Nähe zur Schutzzone des Wasserwerkes Oranienbaum plant der Betreiber der Tonhalde Jüdenberg die Errichtung einer Deponie. „Wir lehnen dieses Vorhaben ab“, erklärt Claudia Neumann, Geschäftsführerin der Heidewasser GmbH. Ihre Bedenken zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität hat sie daher sehr deutlich gegenüber der zuständigen Behörde geäußert. „Das Betreiben einer solchen Deponie stellt eine reale Gefahrenquelle für die Trinkwasserressource dar.“

Die Heidewasser GmbH stellt für den WZV Oranienbaum-Wörlitz-Vockerode die Trinkwasserversorgung in Oranienbaum, Wörlitz und Vockerode sowie in den zugehörigen Ortsteilen sicher. Hierzu betreibt das Wasserwerk Oranienbaum. Zum Schutz des Grundwasserspeichers wurden um das Wasserwerk vom Land Sachsen-Anhalt Schutzzonen eingerichtet. Das Ausmaß z. B. landwirtschaftlicher Nutzung ist in diesen Zonen unterschiedlich stark eingeschränkt, um den Grundwasserspeicher von weitreichenden Beeinträchtigungen zu schützen.

„Die geplante Deponie grenzt an die äußerste Trinkwasserschutzzone III b an, die das gesamte unterirdische Einzugsgebiet umfasst“, erläutert Claudia Neumann den Hintergrund ihrer Entscheidung. Da die Schutzzone in Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde nur oberirdisch anhand von Flurstücken und topografischen Merkmalen festgesetzt wurde, beauftragte die Heidewasser GmbH ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines so genannten Hydroisohypsenplans. „Auf diese Weise haben wir auch das unterirdische Einzugsgebiet präzise definiert.“

Für die Schutzzone wurden dabei die „30-Jahre-Isochronen“ ermittelt. Diese Isochronen stellen Strombahnlinien gleicher Fließzeiten des Grundwassers im Untergrund dar. „Mithilfe dieser Analyse wissen wir: Die Trinkwasserschutzzone III b endet nicht an der Grundstücksgrenze der Deponie. Die fachlich berechneten Strombahnlinien reichen weit in den geplanten Deponiekörper hinein. Wir positionieren uns daher zum Schutz des Grundwasserspeichers ganz klar gegen die Lagerung von Müll auf der Tonhalde Jüdenberg“, erklärt Claudia Neumann.

Hintergrund: Nach Abfallverzeichnisverordnung können in Deponien dieser Klasse Stoffe wie metallische Verarbeitungsreste, Baureste (bspw. Keramiken, Dämmmaterial, Ziegel) oder Böhrschlämme deponiert werden. Das Land Sachsen-Anhalt hält derzeit allerdings den Bestand an Deponien für ausreichend. Die von der GP Papenburg Entsorgung Ost GmbH geplante Anlage soll 30 Jahre betrieben werden und rund 4,4 Mio. t Abfälle fassen auf einer Fläche von rund 15 ha.

Als kommunales Unternehmen versorgt die Heidewasser GmbH rund. Einwohner auf 2.300 km³ mit Trinkwasser und stellt für knapp 45.000 Einwohner die umweltgerechte Behandlung ihres Abwassers nach aktuellen Standards sicher. 1993 als Wassergesellschaft börde-Westfläming mbH gegründet, firmiert die Heidewasser GmbH seit 2007 unter heutigem Namen.